Die Lorelei
Heinrich Heine Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin, Ein Märchen aus uralten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt, Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr gold'nes Geschmeide blitzet, Sie kämt ihr goldenes Haar, Sie kämt es mit goldenem Kamme, Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame, Gewalt'ge Melodei. Den Schiffer im kleinen Schiffe, Ergreift es mit wildem Weh; Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh. Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn, Und das hat mit ihrem Singen, Die Lorelei getan.Лорелей
(Генрих Гейне) перевод с немецкого языка Мне ль ведать, что стало со мною, И горем каким пленён; Я брежу легендой одною, Пропитанной соком времён. Небо свежо, вечереет, И Рейна поток нескор; Закатное солнце греет Головы гордых гор. Там примостилась девица — Крут и высок утёс. Убор у нее золотится, Чешет дева злато волос. Боронит гребешком золоченым И тихо притом поёт — О счастии, обреченном Сыскаться под плотью вод. Гребец не избег опалы: На сердце — тоски гроза. Глядит он — да всё не на скалы, Глядит — высоте в глаза! Сойдется волна воедино, Лодчонка укроется в ней… Так песней своей лебединой Вымолила Лорелей.Der Handschuch
Friedrich Schiller Vor seinem Löwengarten, Das Kampfspiel zu erwarten, Saß König Franz, Und um ihn die Großen der Krone, Und rings auf hohem Balkone Die Damen in schönem Kranz. Und wie er winkt mit dem Finger, Auftut sich der weite Zwinger, Und hinein mit bedächtigem Schritt Ein Löwe tritt Und sieht sich stumm Ringsum Mit langem Gähnen Und schüttelt die Mähnen Und streckt die Glieder Und legt sich nieder. Und der König winkt wieder, Da öffnet sich behend Ein zweites Tor, Daraus rennt Mit wildem Sprunge Ein Tiger hervor. Wie der den Löwen erschaut, Brüllt er laut, Schlägt mit dem Schweif Einen furchtbaren Reif