Irgendeiner antwortete:»Sie fahren die Unterbatterie ein, das war's.»

Blachford fragte schnell:»Warum tun sie das?»

Minchin schluckte eine Tasse voll Rum und wischte sich den Mund mit der blutigen Faust.»Die machen Schluß! Wir liegen Seite an Seite mit einem dieser Saukerle, und sie brauchen an Deck jede Teerjacke zur Verteidigung. «Heiser schrie er:»Der nächste, Donovan!»

Dann beäugte er Blachford mit etwas wie Geringschätzung.»Das hier ist wohl nicht ganz das, was Sie gewohnt sind? Keine geschmackvollen Operationsräume mit Reihen unwissender Studenten, die Ihnen jedes Wort von den Lippen saugen. «Er blinzelte mit seinen geröteten Augen, als Rauch durch das Deck zog.»Ich hoffe nur, daß Sie heute etwas Nützliches lernen, Sir Piers: nämlich, was wir im Namen der Medizin zu erdulden haben.»

Ein Schiffsjunge sagte:»Der hier ist ein Offizier, Sir.»

Blachford beugte sich über den Tisch, als dem Leutnant das zerrissene Hemd abgestreift und er flach hingelegt wurde. Es war der Zweite, Lovering, den ein Spanier niedergeschossen hatte. Blachford untersuchte die schreckliche Wunde in seinem Arm. Unter der schaukelnden Laterne sah das Blut schwarz aus. Wo die Kugel plattgedrückt war, nachdem sie den Knochen getroffen hatte, war das Fleisch zerfetzt. Lovering starrte ihn an, die Augen glasig vor Schmerz.»O Gott… Ist es schlimm?»

Minchin berührte seine nackte Schulter. Sie war kalt und feucht.»Tut mir leid, Ralph. «Er blickte Blachford an.»Der Arm muß ab.»

Lovering schloß die Augen.»Aber nein, doch nicht mein Arm.»

Blachford wartete auf einen Gehilfen, der ihm seine Instrumente brachte. Er hatte immer wieder darauf bestehen müssen, daß sie gereinigt wurden. Kein Wunder, wenn die Männer an Wundbrand starben.

Er beugte sich über den Verwundeten und sagte leise:»Er hat recht. Es ist zu Ihrem eigenen Besten. «Erst zweiundzwanzig Jahre alt, dachte er.

Der Leutnant drehte sein Gesicht aus dem Lampenlicht und wisperte:»Warum bringt ihr mich dann nicht gleich um? Ich bin doch sowieso erledigt.»

Weitere Einschläge erschütterten das Schiff, Instrumente fielen zu Boden. Blachford bückte sich danach und sah angeekelt eine Ratte ins Dunkle hasten. Minchin bemerkte seinen Abscheu und biß die Zähne zusammen. Was wußte der schon vom Krieg? Kam aus London hierher und verbreitete hohles, hehres Geschwätz. Aus dem Augenwinkel sah er Blachfords Messer blinken.

«Hier, Ralph. «Minchin schob Lovering einen Lederknebel zwischen die Zähne, bevor dieser protestieren konnte.»Hinterher gibt's einen ordentlichen Brandy.»

Eine Stimme gellte durch den Rauch:»Noch'n Offizier, Sir!»

Blachford sah Leutnant Quayle an einem der dicken Stützbalken zusammensacken und sein Gesicht mit dem Uniformrock bedecken. Ein Seemann erhob Einspruch:»Der hat ja nicht mal 'nen Kratzer!»

Auf dem Tisch kämpfte Leutnant Lovering wie ein Löwe. Wenn der Gehilfe nicht seinen gesunden Arm und Minchin ihn nicht an den Schultern festgehalten, hätten, wäre er aufgesprungen.»Ihr blutigen Bastarde! Ihr feigen. «Seine Stimme brach, er fiel ohnmächtig auf den Tisch zurück.

Blachford schaute wieder Quayle an, der die Hände rang und wie ein Kind wimmerte.»Nennt es, wie ihr wollt, aber er ist ebenso ein Verwundeter wie alle anderen.»

Minchin nahm den Lederknebel aus Loverings Mund. Brutalität und Gefühlsrohheit waren die Merkmale seines Berufs. Er hielt Lovering fest und wartete auf die Amputation. Wenn Ralph Glück hatte, versank er in tiefe Bewußtlosigkeit, bevor die Säge zum ersten Schnitt ansetzte.

Minchin konnte das, was Blachford und viele seinesgleichen über die Chirurgen der Navy dachten, leichthin abtun.

Er konnte sogar Loverings Höllenqualen ignorieren, und dabei hatte er den jungen Leutnant immer gern gehabt. Statt dessen konzentrierte er sich auf seine Tochter in Dover, von der er schon seit zwei Jahren getrennt war.

«Der nächste!«Die Operation war schon vorbei. Lovering wurde weggetragen, und der amputierte Arm fiel in den Behälter, in den >Wing-and-Limb


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